Open-Source: Nachhaltigkeits-Lizenz für Omniscale Projekte

Eine kostenpflichtige Lizenz für Open-Source-Software? Kein Grund zur Panik: Unsere Projekte MapProxy, Imposm und Magnacarto sind Open Source und bleiben es auch. Sie können unsere Open-Source-Software weiterhin für kommerzielle Projekte nutzen, den Quelltext bearbeiten und auf so vielen Servern installieren wie Sie möchten. Daran ändert sich nichts. Sie müssen hierfür keine Lizenzgebühren zahlen.

Dennoch bieten wir Ihnen ab sofort die Möglichkeit unsere Projekte durch den Erwerb einer Sustainability-Open-Source-Software-Lizenz, kurz SOSS-Lizenz, zu unterstützen.

Ihre Vorteile durch die SOSS-Lizenz

Bei der SOSS-Lizenz handelt es sich um eine Nachhaltigkeits-Lizenz. Technik und Standards entwickeln sich immer weiter und nur ein Projekt das kontinuierlich weiterentwickelt wird kann auch in Zukunft eine leistungsfähige Lösung sein. Durch den Erwerb der SOSS-Lizenz unterstützen Sie genau diese Weiterentwicklung und stellen das Fortbestehen des Projektes sicher.

Zusätzlich zur Unterstützung der aktiven Weiterentwicklung, geben wir Ihnen durch die Lizenz außerdem die Möglichkeit, Einfluss auf die weitere Entwicklung der Software zu nehmen. Wählen Sie beim Abschluss der Lizenz, welche Entwicklungen Sie gezielt unterstützen möchten. Je mehr Lizenznehmer einen Punkt unterstützen, desto schneller wird die Entwicklung in diesem Punkt vorangehen.

Sie sollten den Erwerb einer SOSS-Lizenz in Betracht ziehen,

  • wenn unsere Software Ihre Arbeit erleichtert
  • wenn unsere Software Ihrer Firma oder Behörde Zeit und Geld spart
  • wenn unsere Software Teil Ihres Geschäftes ist

und wenn Sie ein Interesse an der zukünftigen Entwicklung der Open-Source-Software haben.

Detaillierte Informationen zu den Lizenzen finden Sie auf unserer Homepage. Wir hoffen wir haben Ihr Interesse an einer SOSS-Lizenz geweckt. Bei Fragen schreiben Sie uns einfach eine E-Mail gerne beantworten wir Ihnen diese kurzfristig.

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Magnacarto: CartoCSS in MapServer und Mapnik nutzen

Wir freuen uns die Veröffentlichung der Open-Source-Software Magnacarto bekannt geben zu können. Magnacarto ist ein Werkzeug, welches aus einem CartoCSS-Styling eine Konfigurationsdatei für die Kartenrenderer MapServer und Mapnik erstellt.

Mit Hilfe von CartoCSS können komplexe Desigs für Karten in einer CSS-ähnlichen und somit auch leicht verständlichen Syntax umgesetzt werden. So können zum Beispiel Farben über Variablen definiert und abhängig vom Einsatzgebiet heller oder dunkler gestaltet werden. Mit Magnacarto können diese Regeln nun einfach in Mapnik und MapServer genutzt werden.

Magnacarto steht aktuell als Kommandozeilen-Werkzeug bereit. Zusätzlich zum Quellcode können Sie auch Binaries für Windows, Linux und Mac herunterladen. Weitere Informationen und die benötigten Links finden Sie auf Github.

Magnacarto App

Zusätzlich zum Kommandozeilen-Werkzeug arbeiten wir auch an einer graphischen Oberfläche für Magnacarto. Die Anwendung stellt mehrere interaktive Kartenausschnitte dar und lädt die Karten automatisch neu, sobald Sie Änderungen am Kartenstylig durchführen. Eine kleine Vorschau zur Magnacarto App ist im Folgenden Video zu sehen.

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Neue MapProxy Version 1.8.0 veröffentlicht

Wir freuen uns das Release der neuen MapProxy Version bekanntzugeben. Die neue Version steht unter http://pypi.python.org/pypi/MapProxy zum Download bereit.

Python 3 & MapProxy 2.0

Die wohl wichtigste Änderung in der neuen Version ist die Unterstützung von Python 3. MapProxy 1.8 unterstützt nun offiziell Python in den Versionen 2.7, 3.3 und 3.4. MapProxy ist auch aktuell noch mit Python 2.6 lauffähig. Diese Python Version wird aber nicht mehr offiziell unterstützt und bei zukünftigen Entwicklungen nicht mehr berücksichtigt.

Zudem haben wir bereits einige Änderungen in Richtung MapProxy 2 vorgenommen. Da sich die Konfiguration in dieser Version an einigen Stellen ändern wird, werden jetzt bereits Hinweise auf diese Änderungen ausgegeben.

Ausführliche Details finden Sie in unserem englischsprachigen MapProxy-Blog.

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MapProxy Weboberfläche veröffentlicht

Wir freuen uns die Entwicklung von MapProxy WebConf bekannt geben zu können.

MapProxy WebConf ist eine Weboberfläche zur Konfiguration von MapProxy. Die derzeitige Implementierung ermöglicht bereits eine komfortable Konfiguration per Drag & Drop. Im ersten Schritt wurden noch nicht alle Funktionen von MapProxy in die Oberfläche übernommen. Über den Editmodus Manuell bearbeiten können aber die fehlenden Optionen, wie gewohnt in Form einer Textkonfiguration, eingestellt werden.

Genau wie MapProxy wurde die Weboberfläche als Open-Soure-Software veröffentlicht und steht unter der Apache Lizenz zur Verfügung.

Der derzeitige Stand des Tools gibt bereits einen guten Einblick, was mit einem ausgereiften Konfigurationstool möglich ist. Die Integration in MapProxy, das Konfigurieren und Verwalten von Seedings oder das Laden bestehender Konfigurationen sind noch einige größere Punkte, für die noch aktive Beteiligung in Form von Feedback, Entwicklung oder Sponsoring gesucht wird.

Weitere Informationen zur Installation und zum Quellcode finden Sie auf GitHub. Eine Testversion der Weboberfläche können Sie unter http://webconf-demo.mapproxy.org aufrufen.

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OpenStreetMap Karten überall nutzen

Dank Google Maps, OpenStreetMap und Co. ist es heute einfach wie nie, auf weltweite Karten zuzugreifen und diese in einer Online-Anwendung darzustellen. Sobald die Karten jedoch in Desktop-Anwendungen integriert oder mit externen Daten überlagert werden sollen, sind in der Regel eigene angepasste Kartendienste erforderlich.

Seit 2009 bieten wir solche Kartendienste auf Basis von OpenStreetMap an: Für Online-Anwendungen wie den Breitbandatlas, als Hintergrundkarte für Leitungsauskünfte oder als Basisdaten für die Standortplanung.

Unsere langjährige Erfahrung mit OSM-Kartendiensten bündeln wir nun unter der neuen Platform maps.omniscale.com. Hier bieten wir die Möglichkeit, kostengünstig und ohne Wartezeit auf unsere Kartendienste zuzugreifen. In diesem Blogeintrag stellen wir Ihnen einige Funktionen und Aspekte vor.

  • Volle WMS Unterstützung für Desktop-GIS
  • Kacheln optimiert für Webanwendungen
  • Beliebige Projektionen
  • Karten in Druckqualität
  • Hohe Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit
  • Live aktualisierte Karten
  • Anmelden und direkt nutzen
  • Kostengünstig

Hohe Geschwindigkeit und flexible Karten

Bei der Entwicklung unseres Kartendienstes haben wir ein besonderes Augenmerk auf die Geschwindigkeit der Karten gelegt. Der Kartendienst liefert die Karten live und performant aus, so dass wir Karten in beliebigen Maßstäbe anbieten können.

Eine Karte im Maßstab 1:25000? Kein Problem. Unser Kartendienst erzeugt Ihnen live die gewünschte Karte im richtigen Maßstab. Es werden keine Bilder skaliert, sondern extra für Sie erzeugt, ohne Geschwindigkeitsverlust.

Die Karten können in Desktop- als auch in Webanwendungen genutzt werden. Hier gibt es viele Gemeinsamkeiten, aber dennoch einige Unterschiede im Detail.

Desktop Anwendung

Für Desktop-Anwendungen stellen wir die Daten über den WMS-Standard bereit. Alle Desktop-GIS und viele CAD, Planungs- und Analyse-Anwendungen unterstützen diese Standard zum Integrieren von externen Karten. Danke WMS können Karten flexibel in dem passenden Koordinatensystem abgefragt werden, in dem Ihre vorhandenen Fachdaten vorliegen.

Eine Liste der Koordinatensysteme des Omniscale OpenStreetMap WMS kann hier abgerufen werden.

Web GIS

Üblicherweise werden Karten in Webanwendungen als Kacheln eingebunden. Neben dem WMS Zugang bieten unsere Kartendienste natürlich auch Kacheln an. Kacheln in Webanwendungen sind immer an einem Gittern ausgerichtet. Das Gitter definiert die Zoomlevel und die Maßstäbe der Karte.

Viele Online-Kartenanwendung nutzen in der Regel ein OpenStreetMap- und Google Maps-kompatibles Gitter, damit Karten aus diesen Quellen eingebunden werden können. Wenn aber amtliche Geodaten oder eigene Fachdaten visualisiert werden sollen, dann müssen auch die Basisdaten in anderen Projektionssystemen und Maßstäben vorhanden sein.

Definieren Sie in Ihrer Webanwendung ein Gitter was zu Ihren Daten und Ihren gewünschten Zoomleveln passt. Unser Kartendienst passt sich Ihren Anforderungen an und generiert die passenden Kacheln live im richtigen Zoomlevel und Maßstab.

Aufgeräumtes Kartendesign und einzelne Ebenen

Auf einer Karte werden unzählige Informationen angezeigt. Damit diese nicht unübersichtlich wird, haben wir unsere Karten optimiert. Uninteressante Details, z.B. Restaurants, lenken vom Wesentlichen ab und sind daher auf unseren Karten nicht enthalten.

Zusätzlich bieten wir die Möglichkeit, selbst zu entscheiden welchen Ebenen in der Karte ein- und ausgeblendet werden sollen. Erstellen Sie zum Beispiel eine Karte ohne Beschriftungen oder überlagern Sie vorhandene Luftbilder mit unseren Straßendaten.

Neben einer farbigen Variante können die Karte in dezenten Graustufen abgerufen werden. Die Farben wurden so gewählt, dass die Karten sich nicht in den in den Vordergrund zu drängen und überlagert werden können.

In unserer Demo-Anwendung können Sie einen Blick auf unsere Karten werfen. Für einen Test in Ihrem Desktop-GIS können Sie sich kostenlos registrieren.

Was verbirgt sich hinter der Karte?

Über die GetFeatureInformation-Funktion des WMS-Standards können Sie per Maus-Klick die Hintergrundinformationen abfragen. Erfahren Sie zum Beispiel welche Landnutzung ein bestimmtes Grundstück hat.

Diese Möglichkeit wird von fast allen Desktop-GIS-Anwendungen unterstützt. Name, Typ und die OpenStreetMap ID werden in tabellarischer Form dargestellt. Über einen Link können Sie sich sogar direkt die Historie des Elementes auf openstreetmap.org anschauen.

Druckbare Karten

In einigen Fällen kommt man um den Ausdruck einer Karte nicht herum. Damit hierbei keine unscharfen oder verpixelten Karten entstehen, ermöglicht es unser Kartendienst die Karten hochaufgelöst in 300 DPI zu erzeugen.

Die Daten

Als Quelldaten für unsere Kartendienste verwenden wir die Daten des OpenStreetMap Projektes. Die OpenStreetMap Daten wachsen kontinuierlich und die Daten werden immer weiter verbessert. Neue Straßen oder Neubaugebiete werden in Deutschland in OpenStreetMap zum Beispiel deutlich schneller erfasst als bei kommerziellen Anbietern.

Damit Sie von der wachsenden Daten und der Aktualität profitieren können, aktualisieren wir unseren Datenbestand - und somit auch die Karten - live. Änderungen aus dem OpenStreetMap Projekt sind innerhalb weniger Minuten auch auf unseren Karten zu sehen.

Sofort verfügbar und kostenlos testen

Für die Verwaltung der Kartendienste haben wir ein Portal entwickelt, in dem Sie sich neue Zugänge für die WMS und Kacheldienste erstellen können – rund um die Uhr und vollautomatisch. Nach der kostenlosen Anmeldung steht Ihnen unser OpenStreetMap WMS für Desktop-Anwendungen 14 Tage lang kostenlos zur Verfügung.

Für Webanwendungen benötigen Sie einen API-Key der ebenfalls kostenlos zum Testen erstellt werden kann. Die Preise für die Kartendienste beginnen ab 25€ im Monat.

Studierende und Doktoranden können den Desktop-GIS WMS kostenlos nutzen. Zusätzlich stellen wir für Open-Source- und Community-Projekte unsere Web-Kartendienste kostenfrei zur Verfügung. Hier erhalten Sie mehr Informationen.

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Rückblick FOSSGIS Konferenz 2015

Die diesjährige FOSSGIS-Konferenz fand vom 11. bis zum 13. März 2015 an der Universität in Münster statt. Das umfangreiche Programm der Konferenz lockte über 460 interessierte Teilnehmer an.

Vor der offiziellen Eröffnung gab es in diesem Jahr wieder eine Vortragsblock zur Einführung in die Open-Source-Welt. Arnulf Christl, Astrid Emde und Dominik Helle gaben Interessierten einen Einblick in die Welt von Open Source. In der anschließenden offiziellen Eröffnung begeisterte Frederik Ramm mit seiner Keynote zum Thema "Nicht zuschauen - Mitmachen!"" und animierte die Teilnehmer zum Mitmachen bei OpenStreetMap und beim FOSSGIS e.V.

Der zweite Tag startete mit einem interessanten Vortrag zum Thema OpenLayers 3. Hier gaben die Kernentwickler Marc Jansen und Bart van den Eijnden einen Einblick in den aktuellen Stand der Entwicklung. Anschließend präsentierte Dominik Helle die Idee und Entwicklungen zum Thema AngularJS in Verbindung mit OpenLayers3. Dieses Thema werden wir hier im Blog in den nächsten Wochen auch noch einmal genauer betrachten.

Neben den Kartenanwendungen war natürlich das Zeichen von Karten ein wichtiger Punkt auf der Konferenz. Viel beachtet war die baldige Veröffentlichung der neuen MapServer-Version. Zudem betrachtete Oliver Tonnhofer in seinem Beitrag "Mapnik und Mapserver" die Unterschiede zwischen den beiden wohl populärsten Kartenrenderer.

Viele Vorträge beschäftigten sich auch mit dem OpenStreetMap Projekt und boten so einen Einblick hinter die Kulissen des Projektes. Neben den klassischen Themen wie Routing, 3D oder Geocoding wurde auch Beispiele wie die Verwendung von OSM-Karten in Spielen demonstriert.

Neben Vorträgen und Workshops bot die FOSSGIS-Konferenz mit so genannten Anwendertreffen die Möglichkeit, sich mit anderen Anwendern oder Entwicklern, zu einem bestimmten Thema auszutauschen. Erfreulich ist, dass diese Form des Austausches sehr positiv von den Besuchern angenommen wurde. Allein das PostNAS Anwendertreffen besuchten über 30 interessierte Teilnehmer.

Abgeschlossen wurde der Tag dann, mit der traditionell im Rahmen der FOSSGIS Konferenz abgehaltenen Mitgliederversammlung des FOSSGIS e.V.

Der letzten Tag der Konferenz Stand u.a. im Zeichen von Open-Source-Software und wie Projekte in Ausschreibungen oder Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Zudem wurde in einem gemeinsamen Vortrag von Till Adams und Oliver Tonnhofer darauf eingegangen, dass mehr zu einem Open-Source-Projekt gehört als einfach nur den Quellcode zu veröffentlichen.

Fazit

Aus unserer Sicht eine sehr gelungene FOSSGIS-Konferenz. Besonders erfreulich ist, dass die OpenStreetMap Vorträge im Rahmen der FOSSGIS Konferenz in den letzten Jahren stetig gewachsen sind und sich mittlerweile nahtlos in das Konferenzprogramm integriert haben. Viele Entwickler und Anwender können so von offenen Daten und freier Software profitieren.

Nächstes Jahr wird die FOSSGIS Konferenz im Vorfeld der AGIT in Salzburg stattfinden. In Deutschland gastiert hierfür erstmals die internationale Konferenz FOSS4G und wird vom FOSSGIS e.V. mitorganisiert.

Links zu Omniscale Vorträge

Mapnik oder MapServer ...wer macht die schönsten Karten
Zu den Folien oder zum Videomitschnitt

Ein Duett: OpenLayers 3 im Zusammenspiel mit AngularJS
Zu den Folien oder zum Videomitschnitt

Der schwere Werdegang zu einem Open-Source-Projekt
Zu den Folien oder zum Videomitschnitt


Ein Stadtplandienstes auf Basis von ALK/ALKIS und OpenStreetMap

Eine attraktive Karte für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zu erstellen, war das Ziel des Projektes Offene Regionalkarte, welches im Jahr 2013 von Omniscale in einer ersten Version umgesetzt wurde.

Die besondere Herausforderung bei der Umsetzung lag in den verwendeten Daten. Daten aus dem OpenStreetMap Projekt wurden, gemeinsam mit Daten aus der Verwaltung, in einer Karte angezeigt und als performate Karte zur Verfügung gestellt.

Anfang 2015 wurde die Karte und die dazugehörige Software umfangreich aktualisiert und angepasst. Zusätzlich wurde eine Kartenanwendung, basierend auf OpenLayers 3, entwickelt. In diesem Artikel werden der Aufbau des Systems und einige Neuerungen beschrieben.

Datengrundlage

Bevor die Amtlichen-Daten und die OpenStreetMap-Daten in einer gemeinsamen Karte dargestellt werden konnten, mussten diese für die Verwendung als Stadtplan aufbereitet und vereinheitlicht werden. Beide Datenquellen wurden hierfür in das Koordinatensystem UTM32 transformiert und jeweils in eine PostGIS-Datenbank importiert.

OpenStreetMap

Für den Import und das Aufbereiten der OpenStreetMap-Daten wurde die Open-Source-Software Imposm verwendet. Imposm ermöglicht es, dass nur die OpenStreetMap-Daten in die Datenbank importiert werden, die auch für das Zeichnen der Karte benötigt werden.

Aus OpenStreetMap wurden für die Karte daher sämtliche Straßendaten, alle Flächen- und Gebäudebeschriftungen und jegliche Art von Wasserflächen übernommen und in eine eigene Datenbank importiert.

Zusätzlich zu den Daten für die Karte, wurden Point of Interests (POIs) ausgewählt und importiert. Diese werden nicht direkt in der Karte dargestellt, können aber später in der Kartenanwendung dynamisch vom Benutzer abgefragt und ausgedruckt werden.

Außerdem ermöglicht Imposm es, die Daten geografisch zu beschränken. Mit der Polygon-Clipping Funktion können somit nur die Daten importiert werden, die in einem definierten Bereich liegen: in diesem Fall Mecklenburg-Vorpommern. Alle Geometrien außerhalb des definierten Bereiches werden abgeschnitten oder vom Import ausgeschlossen.

Neben der Auswahl der Daten optimiert Imposm die Daten direkt für das Zeichnen von Karten. Beispielsweise werden beim Import automatisch generalisierte Geometrien erstellt. So werden Straßen für kleinere Maßstäbe vereinfacht, damit auch Gesamtansichten des Straßennetzes schnell abgerufen werden können.

Amtliche Daten

Über die amtlichen Daten wurden die weiteren Daten für die Karte zur Verfügung gestellt. Hierzu gehören Gebäude mit Hausnummern, die Flächennutzung sowie die administrativen Grenzen.

Beim Import in die Datenbank wurden diese Daten ebenfalls optimiert. Die Optimierung erfolgte vor allem im Hinblick auf die performante Bereitstellung der Karten. Hierfür wurde die Anzahl der Flächen reduziert. Flächen mit der selben Nutzungsart – in dem Stadtplan einheitlich dargestellt – wurden zu gemeinsamen Flächen zusammengefasst. Die Anzahl der Objekte, die gezeichnet werden müssen, konnte somit deutlich verringert werden.

Aktuell werden die Daten von den Kreisen aus der ALK als Shapefiles bereitgestellt. Die Umstellung auf ALKIS Daten wurde im Zuge der Aktualisierung bereits vorbereitet.

Um die Karte optisch noch ansprechender zu gestalten wurde zusätzlich ein Höhenmodell in den Hintergrund der Karte gelegt.

Aktualisieren der Daten

Das Aktualisieren der amtlichen Daten wurde so konzipiert, dass lediglich ein Austausch der Shapedateien vorgenommen werden muss. Durch ein automatisiertes Import-Skript werden die Daten eingespielt und die oben angesprochenen Optimierungen durchgeführt.

Auch die OpenStreetMap-Daten werden laufend aktualisiert. Für die Aktualisierung der OpenStreetMap-Daten wurde die Open-Source-Software Osmosis in Verbindung mit OSM-Diff-Dateien verwendet.

In den OSM-Diff-Dateien sind die jeweiligen Änderungen aus dem abgefragten Zeitraum gespeichert. Osmosis aktualisiert mit Hilfe der OSM-Diff-Dateien den einmalig erstellten OpenStreetMap-Ausschnitt und hält diesen laufend auf dem neusten Stand. Anschließend wird der Ausschnitt erneut mit Imposm in die Datenbank eingespielt. Änderungen aus dem OpenStreetMap-Projekt sind somit spätestens nach 24-Stunden im Stadtplandienst zu sehen.

Die Aktualisierung der Daten kann im Produktiv-Betrieb durchgeführt werden.

Die Karte

Neben der technischen Umsetzung, lag ein weiteres Augenmerk auf dem individuellen Design der Karten. Das Design wurde an die Vorgaben des Auftraggebers angepasst. Für die Darstellung der Daten wurde der Kartenrenderer Mapserver verwendet. MapServer ist eine der bekanntesten Open-Source-Software im GIS-Bereich.

Für die erste Entwicklungsstufe des Stadtplans wurde MapServer in der Version 6 verwendet. Vor allem die Beschriftung von Straßen machten hierbei allerdings Probleme. Ziel war es, so viele Straßen wie möglich zu beschriften. Hierfür mussten auch Straßenbezeichnungen in gebogenen oder ringförmigen Straßen platziert werden. Diese Platzierung erzeugte jedoch häufig Beschriftungen, die schlecht zu lesen waren.

MapServer wurde im Zuge des Projektes daher so erweitert, dass die Software automatisch dafür sorgt, dass eine bessere Beschriftung möglich ist. MapServer verschiebt die Beschriftungen bei zu starken Krümmungen von Straßen nun so, dass die Krümmungen vor oder nach Wortgrenzen liegen. Die Optimierungen werden in der nächsten MapServer Version enthalten sein.

Die folgenden Bilder zeigen MapServer 6 mit stark gekrümmten Beschriftungen und eine Entwicklungsversion von MapServer 7.

Zusätzlich kommt für die Bereitstellung der Karten auch die Open-Source-Software MapProxy zum Einsatz.

Mittels MapProxy wird die Karte in 20 verschiedenen, vorher definierten Maßstäben bereitgestellt. Über MapProxy wird der Dienst als WMS für Desktop-GIS und als Kacheldienst für Webanwendungen angeboten. Durch die Verwendung von MapProxy konnte zudem eine sehr hohe Geschwindigkeit für den Dienst erreicht werden.

Kartenanwendung

Die beste Karte hat keinen Nutzen, wenn diese nicht von Bürgern oder Behörden genutzt wird. Für die Verwendung der Karte im Internet wurde daher auch eine dazugehörige Kartenanwendung entwickelt.

Die Kartenanwendung selbst basiert auf OpenLayers 3 im Zusammenspiel mit AngularJS. Die hier entstandenen Komponenten wurden als Open-Source-Software in einer eigenen Bibliothek Anol veröffentlicht.

Einen Vortrag zu der in diesem Projekt entstandenen Software wird es auch auf der diesjährigen FOSSGIS 2015 in Münster geben. Zudem werden wir das Projekt im Anschluss an der FOSSGIS-Konferenz hier im Blog ausführlich vorstellen.

Die Kartenanwendung stellt, neben der Betrachtung der Karten, weitere Funktionen für den Benutzer zur Verfügung. So kann der Benutzer die aus OpenStreetMap importierten POIs in der Karte anzeigen lassen. Die POIs sind aufgeteilt nach Themen- und Interessensgebieten und werden dynamisch, abhängig vom Ausschnitt und dem Themenbereich geladen und dem Benutzer dargestellt.

Der Stadtplandienst besitzt zudem um eine Schnittstelle, die es dem Besucher ermöglicht einen Kartenausschnitt in hoher Qualität zum Beispiel für den Druck herunterzuladen. Über die Anwendung kann der Benutzer Karten in 300 DPI in verschiedenen Formaten z.B. PDF, SVG oder PNG erstellen.

Neben dem Download der Karte bietet die Anwendung die Möglichkeit ein Suchgitter inkl. Straßenverzeichnis für den ausgewählten Ausschnitt zu erstellen. Diese Funktionalität kennt man typischerweise von Stadtplänen. Auf der Karte wird ein entsprechendes Suchgitter dargestellt und im Straßenverzeichnis finden sich alle Straßen mit Verweis auf das entsprechende Gitter.

Zusätzlich zum Straßenverzeichnis liefert die Anwendung ein Verzeichnis über die vom Benutzer ausgewählten POIs.

Details zur technischen Umsetzung über das Straßenverzeichnis und der Kartenanwendung werden wir Ihnen in einem weiteren Blog-Post vorstellen.

Weiterführende Links


FOSSGIS Konferenz 2015

Vom 11. bis zum 13. März 2015 findet dieses Jahr die FOSSGIS-Konferenz an der Universität Münster statt. Die FOSSGIS-Konferenz ist die größte deutschsprachige Anwenderkonferenz für freie Geo-Software und freie Geodaten insbesondere OpenStreetMap.

Wir freuen uns auf der Konferenz drei Vorträgen zu verschiedenen Themen präsentieren zu dürfen. Neben den Vorträgen unterstützen wir die FOSSGIS-Konferenz auch dieses Jahr wieder als Silbersponsor.

Mapnik oder MapServer ...wer macht die schönsten Karten

Termin: Donnerstag, 12. März 2015 - Raum S10

Mit Mapnik und MapServer stehen zwei OpenSource Kartenrenderer zur Verfügung, die in Geschwindigkeit, Funktionsumfang und Bildqualität kaum Wünsche übrig lassen. Aber welche Software nehme ich für mein Projekt?

Der Vortrag zeigt die kleinen und großen Unterschiede zwischen Mapnik und MapServer auf. Für welche Einsatzzwecke ist MapServer besser geeignet? Was kann Mapnik besonders gut? Wie können die Renderer in Anwendungen und Server integriert werden? Gibt es überhaupt nennenswerte Unterschiede?

Zum Programm: http://www.fossgis.de/konferenz/2015/programm/events/851.de.html

Ein Duett: OpenLayers 3 im Zusammenspiel mit AngularJS

Termin: Donnerstag, 12. März 2015 - Raum S10

AngularJS ist ein mächtiges Open-Source-Framework mit der clientseitige Webanwendungen nach dem MVC-Prinzip erstellt werden können. OpenLayers ist wohl eine der bekanntesten Javascript-Bibliotheken um Karten im Netz nutzen zu können. Zudem wird diese gerade durch die Neuentwicklung der Version 3 auf den aktuellsten Stand der Technik gebracht.

Im Vortrag werden Möglichkeiten und Anregungen des Zusammenspiels dieser beiden Komponenten aufgezeigt. Besonderes Augenmerk liegt hierbei bei der Entwicklung auf der schnellen und leichten Anpassbar- und Wiederverwendbarkeit der Komponenten.

Zum Programm: http://www.fossgis.de/konferenz/2015/programm/events/850.de.html

Der schwere Werdegang zu einem Open-Source-Projekt

Termin: Freitag, 13. März 2015 - Raum S10

OpenSource machen ist einfach. Ein bisschen Code geschrieben, einen Lizenz ausgewählt und auf GitHub veröffentlicht. Dies ist oft der erste Ansatz, aber damit ist es noch nicht getan. Der Vortrag widmet sich dem Prozess wie ein "echtes" OpenSource-Projekt ensteht. Aufgezeigt wird dies an verschiedenen Beispielen.

Zum Programm: http://www.fossgis.de/konferenz/2015/programm/events/849.de.html